Dropping In and Out – A Response to Uncertainty – Ausstellung

Stefanie Rau, operative space

Ein interdisziplinäres Projekt der Berliner Künstlerinnen Mathilde ter Heijne und Vanessa Gravenor (Universität der Künste Berlin) mit der Literaturwissenschaftlerin Jessica Goodman (University of Oxford).

Ausstellung mit / Exhibition with: Oreet Ashery (1966), Dora Benjamin (1901–46), Jessica Goodman (1985), Vanessa Gravenor (1992), Mathilde ter Heijne (1969), Katharina Koch (1977), Hannie Lawler (1993), Jade de Montserrat (1981), Lina Morgenstern (1830–1909), Olive Mudie-Cooke (1890–1925), Zofia Rydet (1911–97), Sylvia Sadzinski (1986), Sonya Schönberger (1975), Ottilie Wilhelmine Roederstein (1859–1937), Marie-Jeanne Philipon Roland (1754-93), Jo Spence (1934–92), Colette Urban (1952–2013), Elena Quiroga (1921–95), Elianna Renner (1977), Hollis Sigler (1948–2001), Alina Szapocnikow (1926–73), Hannah Wilke (1940–93), Kathleen Wrsama (1904–96)

Initiiert als interdisziplinäres Projekt von den Berliner Künstlerinnen Mathilde ter Heijne und Vanessa Gravenor (Universität der Künste Berlin) mit der Literaturwissenschaftlerin Jessica Goodman (University of Oxford) /Initiated as an interdisciplinary project by Berlin-based artists Mathilde ter Heijne and Vanessa Gravenor (Berlin University of the Arts) in collaboration with literary scholar Jessica Goodman (University of Oxford).

In kuratorischer Zusammenarbeit mit / In curatorial collaboration with
Katharina Koch & Sylvia Sadzinski 

Die Universität der Künste Berlin und die Universität of Oxford haben seit 2020 mit „The Oxford – UdK Berlin Partnership in Arts and Humanities“ verschiedene Formate zur Förderung des akademischen Austauschs etabliert. Seit 2022 wurden im Programm "Seedfunding" 26 Projekte von Forschenden und Künstler*innen beider Hochschulen erfolgreich umgesetzt.// Since 2020, the Berlin University of the Arts and the University of Oxford have established various initiatives to promote academic exchange through “The Oxford–UdK Berlin Partnership in Arts and Humanities.” Since 2022 26 projects by researchers and artists from both institutions have been successfully implemented as part of the “Seedfunding” program.

Eröffnung / Opening: 18.9.2026 // 19:00-22:00
Laufzeit / running time: 19.9.-30.10.2026
Mi-Sa / Wed.-Sat. 16:00-19:00

Our Voices in the Wind: A Rupture in the Fabric of the Norm
Perfomative Reading, Film Screenings & Talk
24.10.2026 // 19:00

Dropping In and Out — A Response to Uncertainty versammelt künstlerische und forschende Positionen, die sich mit den Brüchen und Umwegen in den Biografien verstorbener Künstler*innen und historischer Frauenfiguren unterschiedlicher Disziplinen auseinandersetzen. Anstelle linearer Erfolgsgeschichten eröffnen die Arbeiten vielschichtige Erzählungen über Ausschlüsse, Widerstände, Fürsorge und gemeinschaftliche Formen des Wissens. Ausgehend von biografischen Recherchen, Briefen und künstlerischen Werken zeigt die Ausstellung multimediale Arbeiten, die aus einem offenen Dialog im Rahmen des interdisziplinären, künstlerisch-forschenden gleichnamigen Projekts entstanden sind.

Die Forschenden setzen sich teils sehr persönlich mit den Lebenswegen von Frauen aus vergangenen Jahrhunderten auseinander. Dabei werden sowohl ihre Beziehung zu diesen historischen Persönlichkeiten als auch wenig bekannte Stationen und Entwicklungen in deren Leben und Schaffen sichtbar.

So erfährt man beispielsweise über die während der Französischen Revolution politisch aktive Marie-Jeanne Philipon Roland (1754–93), dass sie kurz vor ihrer Hinrichtung bewusst autobiografische Texte verfasste, um der Nachwelt ihren Lebensweg aus eigener Perspektive zu überliefern. Die Biografie von Zofia Rydet (1911–97) zeigt, dass sie ihre fotografische Laufbahn erst im Alter von über 40 Jahren begann. Dennoch zählt sie heute zu den bedeutendsten polnischen Fotografinnen und erlangte insbesondere mit ihrer langjährigen Dokumentation von Menschen in ihren privaten Lebensräumen internationale Bekanntheit. Dora Benjamin (1901-46) wiederum war nicht nur sozialistische Ökonomin und Psychologin, sondern arbeitete interdisziplinär und realisierte 1929 in Berlin-Kreuzberg die Ausstellung Gesunde Nerven. Mit ihren innovativen Präsentationsformen untersuchte sie die Auswirkungen von Arbeitsbedingungen und dem Leben in der Großstadt auf die psychische Gesundheit – ein Thema, das bis heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.

Jede recherchebasierte, künstlerische Arbeit von Dropping In and Out — A Response to Uncertainty entwirft ein persönliches Bild der historischen Figuren. Seine Stärke liegt dabei gerade nicht in einer imaginierten Vollständigkeit, sondern in den Fragmenten, die aus individuellen Blickwinkeln und Verflechtungen entstehen.

Initiiert als interdisziplinäres Projekt von den Berliner Künstlerinnen Mathilde ter Heijne und Vanessa Gravenor (Universität der Künste Berlin) mit der Literaturwissenschaftlerin Jessica Goodman (St Catherine’s College, Universität von Oxford), untersucht Dropping In and Out – A Response to Uncertainty, wie unterschiedliche historische und geographische Kontexte die Wahrnehmung und Rezeption des künstlerischen Erbes von Frauen prägen und wie wir als Autor*innen und Kulturschaffende heute dazu beitragen können, die Werke und den Einfluss derjenigen wieder sichtbar zu machen, die vor uns gewirkt haben.
Das Projekt möchte Leerstellen in den genealogischen Erzählungen feministischer Akteur*innen sichtbar machen und gegenseitige Solidarität über zeitliche und räumliche Grenzen hinweg fördern. Dabei verfolgt es die Spuren der Auslöschung und des Verschwindens in den Biografien von Künstlerinnen und fragt nach der Bedeutung feministischer Perspektiven für künstlerische Produktion und Geschichtsschreibung.

 

alpha nova & galerie futura
Am Flutgraben 3, 12435 Berlin

www.galeriefutura.de

Grafik: Stefanie Rau, operative space

https://www.galeriefutura.de/

Info

Prof.in Mathilde ter Heijne
terheijne_ @udk-berlin.de